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22.03.2007

"Es gibt keine Oskarin"


Interview: Jörg Schindler

Lothar Bisky über Lafontaine, den Kongress der Linkspartei und interne Machtkonstellationen.


Weiterführende Texte:
"Nach außen hin geben Männer den Ton an"


Frankfurter Rundschau: Herr Bisky, haben Sie schon Thermoskanne und Schlafsack fürs Wochenende gepackt?

Lothar Bisky: Ich hoffe, das wird nicht nötig sein.

Zwei Parteitage an einem Ort, etliche Konfliktfelder, mehrere hundert Anträge - sind Sie sicher, dass sich Linke Ost und Linke West in Dortmund nicht wieder in guter Tradition selbst zerfleischen werden?

Wenn ich die Tradition der Linken fürchten würde, würde ich gar nicht nach Dortmund fahren. Ich bin ganz optimistisch, dass man nicht alle durchwachten Nächte wiederholen wird. Ich hoffe, dass Brecht gewinnt: "Ja, ich glaube an die sanfte Gewalt der Vernunft..."

Was, wenn sanfte Gewalt nicht wirkt?

Es gibt einen Vorschlag, dass zwei Parteien zusammengehen. Das ist eine demokratische Entscheidung. Insofern gibt es immer ein Risiko. Aber: Bewerten wir unsere eigenen Interessen höher als eine starke Linke in Deutschland? Darum geht es, um nicht weniger. Angesichts dessen können wir vielleicht die Frage, wie lange die Regenwürmer sind, noch um ein Jahr verschieben. Jetzt würden wir uns damit alles verbauen.

Sie haben vor sieben Jahren schon gesagt, Sie seien es leid, "die finale Mülltonne" der Partei zu sein. Wieso machen Sie immer weiter? Geht es nicht ohne Sie?

Ich bin davon überzeugt, dass es ohne mich geht. Aber wissen Sie, ich war beteiligt daran, dass wir diese Vereinigung auf den Weg gebracht haben. Und nun möchte ich auch die Quittung erfahren. Ich sage auch: Wenn es eine bessere Lösung gibt - sofort!

Bei allem Respekt, Herr Bisky, die neue Partei wird künftig von einem 65-Jährigen, Ihnen, und einem 63-Jährigen, Oskar Lafontaine, geführt werden. An keiner Schlüsselstelle in Partei oder Bundestagsfraktion wird eine Frau sitzen. Sieht die neue Linke da nicht vom Start weg etwas zu alt und männlich aus?

Ich hatte nun mal keine weibliche Oskarin. Ich hatte keine weibliche Gregorina. Lafontaine und Gysi wurden gewählt. Ich hätte gerne mehr davon. Unsere Politik der letzten Jahre war erfolgreich. Wer soll denn, bitteschön, Lafontaine und Gysi ersetzen?

Fördert womöglich die emanzipatorische Linke ihre Frauen nicht genug?

Wir haben hervorragende Frauen, die auch bekannt sind. Ich habe junge Stellvertreterinnen. Und ich werde mich weiterhin für die Quotierung einsetzen. Aber jetzt habe ich eben Lafontaine und Gysi. Die sind gewählt. Das muss man einfach mal akzeptieren. Im Übrigen macht das auch die Mehrheit unserer Frauen.

Sie haben kürzlich gesagt, sie seien mit der Hälfte der Macht sehr zufrieden. Glauben sie, dass Oskar Lafontaine Ihnen die Hälfte lassen wird?

Ja. Wenn nicht, wäre es mein Problem, nicht seins.

Wie wollen Sie ihn denn einhegen?

Ich brauche keinen eingehegten Lafontaine. Niemand von uns will den anderen vorführen. Wir haben ja Erfahrung miteinander. Und die Erfahrung sagt mir: Es geht.

Aber nicht einfach?

Ich brauche Erfolge für die Linke, nicht Einfachheit. Ich will, dass wir ernst genommen werden. Ich will, dass die SPD auf Trab gebracht wird. Ich will, dass diese große Koalition an ihrer eigenen Arroganz zugrunde geht. Ich will andere Verhältnisse. Da ist es nicht so wichtig, ob die Seele von Bisky vielleicht gekränkt ist durch einen Zungenschlag von Lafontaine. Oder umgekehrt.

Was ist mit der Seele der Partei?

Die Mehrheit der Partei will Lafontaine. Auch seine Kritiker. Ich sage immer, ihr könnt nicht den Oskar ohne Lafontaine wollen. Wir haben ja auch den Gregor geschluckt, um den Gysi zu kriegen.

Verhagelt der beginnende konjunkturelle Aufschwung den Linken eigentlich die Aufbruchstimmung?

Ich bin kein Anhänger der Verelendungstheorie, dass man meint, es muss uns erst ganz dreckig gehen, damit die Linke stärker wird. Insofern stört mich der Wirtschaftsaufschwung nicht. Im Gegenteil. Wir wären doch heilfroh, wenn die Löhne wüchsen, die Renten stiegen und mehr Geld in Bildung und Kinderbetreuung flösse. Dann hat auch die Linke bessere Chancen. Im Übrigen sind unsere Umfragewerte seit Monaten stabil.

Wenn Sie 2009 in die Rente mit 67 gehen, wo wird dann die Partei stehen?

Ich weiß nicht, was man 2009 machen wird. Für mich ist es relativ klar: Ich werde bis 2009 versuchen, eine starke Linke zu formen. Dann müssen andere ran. Dann bin ich meinetwegen bereit, Pförtner in der Botschaft der Malediven zu werden oder Museumswächter in Peking. Um mich mache ich mir keine Sorgen.

Quelle: www.fr-online.de








Kommentare:

09.07.2011 09:21:29
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