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24.10.2009

Neonazis greifen Mannschaft und Fans des Roten Stern Leipzig an - Wo war die Polizei?


Beim Bezirksklasse-Spiel FSV Brandis gegen Roter Stern Leipzig kam es in Brandis am Samstag, 24.10.2009 zu einem gewalttätigen Übergriff von Neonazis auf Fans und Spieler des Leipziger Vereins.

Pressemitteilung Juliane Nagel, Landesvorstand DIE LINKE Sachsen, 25.10.2009 


„Ich bin entsetzt über die Gewalt, mit der die Neonazis am Samstag vorgegangen sind. Nur eine Woche nachdem Teilnehmer eines Aufmarsches der „Nationalen Sozialisten“ in Leipzig Polizisten angegriffen haben, ist ein neuer negativer Höhepunkt erreicht.
Die Polizei muss sich fragen lassen, warum sie die Sicherheit bei dem Spiel nicht gewährleisten konnte, trotzdem es im Vorfeld Anzeichen dafür gab, dass es zu Störungen kommen könnte, die sich explizit gegen Mannschaft und Fans des Roten Stern Leipzig richten.

Nicht zuletzt zeigt der Vorfall, welcher Gefahr sich die aussetzen, die offensiv gegen Rassismus und Diskriminierung, auch im Fußballstadion, eintreten.

Neonazis nutzen das Fußball-Fan-Milieu, nicht nur in Leipzig, gezielt als Tribüne für ihre menschenverachtenden Ideologien und gehen dabei mit skrupelloser Gewalt vor.
Vor drei Wochen wurde in Leipzig ein Anhänger der antirassistischen Fangruppe Diablos Opfer eines gewaltsamen Übergriffes. Er wurde zuerst gezielt mit dem Auto überfahren, unmittelbar danach schlugen die Angreifer, darunter Protagonisten der neonazistischen „Freien Kräfte“ auf ihn ein.

Zwar hätte eine angemessene Polizeipräsenz die Gewalttat in Brandis möglicherweise verhindern können, es Bedarf allerdings nachhaltiger sozialpädagogischer, gewaltpräventiver Fansozialarbeit einerseits, die klare Positionierung auch von Sportvereinen gegen menschenverachtende Ideologien andererseits. 
Das Problem sind nicht „Auseinandersetzungen rivalisierender Fanlager“, das Problem heißt Neonazismus und ist damit eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung.“

 


Pressemitteilung vom 24.10.2009, Roter Stern Leipzig ´99 e.V. 

Beim Auswärtsspiel des Roten Stern Leipzig (RSL) am 24.10.2009 beim FSV Brandis kam es zu einem gewalttätigen Angriff von ca. 50 Personen gegenüber den Spielern, Verantwortlichen und Fans des RSL. Die Angreifer sind dem neonazistischen Spektrum zuzuordnen. 

Auf Nachfrage schilderten Verantwortliche des FSV Brandis und eingesetzte Polizisten, dass sie bereits im Vorfeld Erkenntnisse hatten, dass Nazis zum Spiel anreisen wollten. Dennoch konnten die Vereinsordner und die wenigen anwesenden Polizisten nicht die Sicherheit gewährleisten. Im Vorfeld der Partie stattgefundene Gespräche zwischen dem FSV Brandis und der Polizei führten nicht zu einer Aufstockung der Einsatzkräfte. 

Kurz vor Spielbeginn wurden Fans des RSL durch Lautsprecherdurchsagen gebeten, eine Seite des Sportplatzes zu räumen, weil „die Dummen noch kommen“. Auffällig ist in diesem Zusammenhang, dass ein Brandiser Ordner der angreifenden Personengruppe einen separaten Eingang öffnete, sich daraufhin vermummte und an den Auseinandersetzungen auf Seiten der Nazis teilnahm. 

Nach dem unkontrollierten Betreten des Sportplatzes bewaffneten sich die Angreifenden mit Eisenstangen, Steinen und Holzlatten, die auf dem Sportplatz deponiert waren. Dieser Umstand lässt auf einen geplanten Angriff schließen. 

Für eine vorzeitige Planung der Aktion spricht zusätzlich die Teilnahme von einschlägig bekannten Neonazi-Aktivisten. Die politische Motivation des Angriffes ist durch die Rufe der Angreifer „Scheiß Zecken“ und „Scheiß Rote“ belegt. 

Mit Anpfiff des Spiels warfen die zum Teil vermummten Personen pyrotechnische Erzeugnisse, Steine und zusätzlich eine Flasche, die mutmaßlich mit einer brennbaren Flüssigkeit gefüllt war, in die Reihen der RSL-ZuschauerInnen. 

Daraufhin kam es zu Jagdszenen, sofort wurden wahllos die Fans des Roten Sterns mit den bereitgestellten Gegenständen angegriffen. Die Fans wichen zurück, wurden aber durch die baulichen Gegebenheiten des Sportplatzes in die Enge gedrängt. Man musste sich bis zum Eintreffen der Polizei selbst schützen und erwehrte sich den Angriffen. Im Zuge der Angriffe wurden drei Personen schwer, und weitere Personen verletzt. Zur Zeit werden die Schwerverletzten in Krankenhäusern behandelt. 

Durch den Neonaziangriff wurde die Partie nach zwei Minuten abgebrochen. 

Trotz der Erkenntnisse waren unverständlicher Weise nur wenige Polizeibeamte vor Ort. Erst nach einer halben Stunde kamen weitere Beamte zum Ort des Geschehens. 

Die angreifenden Neonazis zogen sich nach ihrem Angriff in den Ort zurück. Bereits bei Ankunft in Brandis konnten mehrere Neonazis vor einem Lokal auf dem Marktplatz ausgemacht werden. 

Wir gehen davon aus, dass die Polizei die zahlreichen Hinweise über den Aufenthaltsort der Angreifer im Nachgang der Geschehnisse zum Anlass genommen hat, um die Identitäten festzustellen. Weiterhin erhoffen wir uns, dass - wie auf Nachfrage bestätigt-, die Vereinsverantwortlichen von Brandis, die ihnen bekannten Personen aus der angreifenden Gruppe identifizieren. Wir fragen uns, warum weder Polizei noch der platzbauende Verein für die Sicherheit während der Partie Sorge tragen konnten. 




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