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Themen / [(anti)rassismus]

24.10.2013

Stel­lung­nah­me zur De­mons­tra­ti­on der NPD und säch­si­scher Bür­ge­rIn­nen gegen das Asyl­be­wer­ber­heim in Schnee­berg am 19. Ok­to­ber 2013


Netz­werk Asyl Mi­gra­ti­on Flucht und des Säch­si­scher Flücht­lings­ra­t e.V., Oktober 13

Mit Er­schre­cken neh­men wir zur Kennt­nis, dass sich am letz­ten Wo­chen­en­de meh­re­re Hun­dert Men­schen an einer von der NPD an­ge­mel­de­ten Kund­ge­bung und an­schlie­ßen­den De­mons­tra­ti­on gegen die jüngst er­öff­ne­te Un­ter­kunft für Asyl­su­chen­de in Schnee­berg be­tei­ligt haben.

An­ge­führt von füh­ren­den NPD-​Kräf­ten aus dem Erz­ge­bir­ge und von der NPD Sach­sen zogen freie Na­zi­grup­pen und ge­wöhn­li­che Fa­mi­li­en ge­mein­sam am frü­hen Sams­tag Abend durch die Schnee­ber­ger In­nen­stadt. Ras­sis­ti­sche und aus­län­der­feind­li­che Mo­ti­ve wur­den wäh­rend der Kund­ge­bung auf dem Markt­platz und dem an­schlie­ßen­den Fa­ckel­marsch unter dem Deck­man­tel feh­len­der de­mo­kra­ti­scher Mit­be­stim­mung ge­äu­ßert. Be­son­ders die hohe Be­tei­li­gung aus vie­len an­de­ren Orten in Sach­sen und die An­schluss­fä­hig­keit der Hetze von NPD und an­de­rer Na­zi­grup­pen be­sor­gen uns zu­tiefst und er­in­nern an die Ver­hält­nis­se am An­fang der 1990er Jahre. Da­mals führ­ten die öf­fent­li­che Stim­mungs­ma­che von Par­tei­en und Me­di­en in Ver­bin­dung mit ex­trem rech­ter men­schen­ver­ach­ten­der Hetze zu Po­gro­men und An­grif­fen in vie­len Orten Deutsch­lands. Seit 1990 sind in der Bun­des­re­pu­blik fast 200 Men­schen Opfer ras­sis­ti­scher und men­schen­ver­ach­ten­der Ge­walt von rech­ten Grup­pen und Neo­na­zis ge­wor­den.

Auf­grund stei­gen­der Flücht­lings­zah­len welt­weit und damit auch in Eu­ro­pa ist das Thema ak­tu­el­ler denn je. Auch in Sach­sen wer­den in naher Zu­kunft viele Men­schen Schutz su­chen vor Ver­fol­gung und Ge­walt. Wir be­fürch­ten, dass die NPD hier ge­mein­sam mit frei­en Nazis gegen die Men­schen hetzt und wie­der zu Ge­walt­ta­ten und An­grif­fen auf Heime kommt, wie dies in an­de­ren Tei­len Deutsch­lands be­reits ge­sche­hen ist.

Wenn die Lan­des­re­gie­rung es ver­säumt, sich früh­zei­tig und um­fas­send mit dem Thema aus­ein­an­der­zu­set­zen und sich für eine hu­ma­ne­re Auf­nah­me­po­li­tik aus­zu­spre­chen, be­steht die große Ge­fahr, dass NPD und an­de­re ras­sis­ti­sche Ak­teu­re Er­folg mit ihrer Hetze haben. Die Vor­stel­lung an die Fol­gen lässt uns schau­dern.

Wir for­dern des­halb alle In­itia­ti­ven, de­mo­kra­ti­schen Par­tei­en, die Kir­che und Bür­ger auf, sich kon­se­quent für eine men­schen­wür­di­ge Flücht­lings-​ und Auf­nah­me­po­li­tik aus­zu­spre­chen und die Be­trof­fe­nen zu un­ter­stüt­zen. Die Lan­des­re­gie­rung ist in der Pflicht, deut­lich zu ma­chen, dass Asyl­su­chen­de und Ge­dul­de­te hier in Sach­sen will­kom­men sind und muss ver­hin­dern, dass diese Über­grif­fen und ras­sis­ti­schen An­fein­dun­gen aus­ge­setzt sind.

Dazu ist es aber auch not­wen­dig, sich schnellst­mög­lich für die Ver­bes­se­rung der Le­bens­si­tua­ti­on der Men­schen ein­zu­set­zen. Dazu ge­hö­ren in ers­ter Linie eine men­schen­wür­di­ge Un­ter­brin­gung nach den Be­dürf­nis­sen der Ge­flüch­te­ten, eine fach­ge­rech­te und un­ab­hän­gi­ge so­zia­le Be­treu­ung, wel­che vom Land fi­nan­ziert wer­den soll, ein schnel­ler Zu­gang zum Ar­beits­markt und eine gute me­di­zi­ni­sche Be­ra­tung.

Dres­den den 19. Ok­to­ber 2013

Netz­werk Asyl Mi­gra­ti­on Flucht Dres­den, Säch­si­scher Flücht­lings­rat e.V.




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