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Themen / [(anti)faschismus]

02.11.2013

Für Trauer und Zorn - Plädoyer gegen eine Ökonomie des Gedenkens


Standpunkte der Rosa-Luxemburg-Stiftung, 13/2013 von Deniz Utlu

Im November 2011 wurde durch eine Explosion schlagartig bekannt, dass eine Nazi-Terrororganisation, der sogenannte Nationalsozialistische Untergrund (NSU), zehn Jahre lang in der gesamten Bundesrepublik Migranten oder deren Nachkommen gemordet hatte.

Für die meisten war dies – aus unterschiedlichen Gründen – ein Schock. Die unterschiedlichen Gründe für den Schock erzeugten einen Bedarf an unterschiedlichen Formen des Gedenkens, die sich zum Teil widersprechen oder gar gegenseitig ausschließen.

Immer gab es etwas einzuwenden gegen die eine oder andere Form des Gedenkens. Beim Schweigen gegen das Schweigen sagten einige: «Reden, nicht schweigen, es wurde lang genug geschwiegen», ein Auto-Korso sei nicht adäquat, Petition: Uneinigkeit über «bestimmte Punkte». Das Bedürfnis, etwas zu tun, blieb unbefriedigt, obwohl so viel getan wurde. Alle hatten recht mit ihren Einwänden: Es gibt kein richtiges Gedenken im falschen Diskurs.

Angemessenes Gedenken ist erst möglich, wenn sich Trauer nicht mit einem Kampf um einen Ort in dieser Gesellschaft, um eine Aneignung von Geschichte, um eine Aushandlung des Diskurses vermischt. Oder positiv ausgedrückt: wenn Trauer für sich steht, keine Legitimation braucht und immun gegen jede Instrumentalisierung ist. Dann kann eine emotionale Enteignung der Trauer durch den politischen Diskurs wieder rückgängig gemacht werden.

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Weiterführende Links:
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