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Themen / [(anti)faschismus]

18.01.2014

Prozessauftakt gegen Neonazis in Hoyerswerda


linksdrehendes radio, 17.1.2014

Am Dienstag, den 14. Januar 2014 fand im sächsischen Hoyerswerda ein Prozess gegen acht Nazis statt. In einer Gruppe von ingesamt 15 Angreifern attackierten sie am 17. Oktober 2012 ein junges Paar in ihrem Wohnhaus in Hoyerswerda.



Unter den Augen der Polizei brüllten sie Gewalt- und Morddrohungen und versuchten die Wohnungstür aufzubrechen. Die beiden Betroffenen Ronny und Monique kratzten regelmäßig rechte Sticker von Laternen und Fassaden und wurden deshalb zum Ziel der Nazis. Beide mussten daraufhin die Stadt verlassen – die Polizei sah nicht vor, Ronny und Monique vor weiteren Angriffen schützen.

>>> Im Interview mit dem Journalisten Thomas Datt, der die Betroffenen und den Prozess begleitet hat, geht es um den Verlauf des ersten Verhandlungstages, um die Atmosphäre im Gerichtssaal und den Umgang der Stadt damit. zum Audio-Interview

 

Während des Angriffs vor gut einem Jahr warteten einige der Angreifer vor dem Haus von Ronny und Monique und riefen Naziparolen, andere terrorisierten die beiden direkt im Hausflur vor ihrer Wohnung. Die Nazis stellten ihnen den Strom ab und verklebten den Türspion. Danach versuchten sie, die Wohnungstür aufzubrechen und brüllten Gewalt- und Morddrohungen durch den Hausflur. Selbst als die herbeigerufene Polizei endlich eintraf, änderte sich zunächst nichts an der bedrohlichen Lage – die Beamten beobachteten lediglich die Situation, unterhielten sich mit den Nazis, mahnten zur Ruhe, eine Polizistin duzte einige der Angreifer. So konnten die Nazis das Wohnhaus der beiden Angegriffenen vor den Augen der Polizei noch weitere zwei Stunden belagern. Erst als die Angreifer von sich aus zu einer nahe gelegenen Tankstelle weiterzogen, nahm die inzwischen mit Verstärkung anwesende Polizei Personalien auf – einige der Täter hatten die Gruppe zu diesem Zeitpunkt bereits verlassen.

Nach dem Überfall flüchteten Ronny und Monique aus Hoyerswerda, von der Polizei konnten sie keinen Schutz erwarten. “Es ist einfacher, zwei Personen von einem Ort zu einem anderen sicheren Ort zu verbringen, als 30 Personen beispielsweise zu bewachen oder permanent fünf Funkstreifenwagen vor eine Haustür zu stellen”, so Thomas Knaup von der Polizeidirektion Oberlausitz-Niederschlesien gegenüber dem MDR. “Die Polizei hat darauf gedrängt, dass wir weggebracht werden, dass hier Ruhe reinkommt, so waren die Worte”, berichtete Ronny zur Reaktion der Beamten. Monique ergänzte: “Wir wurden einfach weggeschickt, das Problem einfach weggeschoben”.

(die Textsequenzen sind der Initiative Pogrom 91 entnommen)








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