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Themen / [(anti)rassismus]

13.12.2014

Pegida - ein rassistischer Resonanzraum


Einschätzung des Kulturbüro Sachsen e.V. vom 13. Dezember 2014

Seit Oktober 2014 demonstrieren jeden Montag in Dresden mehrere tausend Menschen unter dem Motto „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida). Im Dezember konnten mehr als 10.000 Menschen zu diesen Aufzügen mobilisiert werden.


Das Kulturbüro Sachsen e.V. begrüßt es, wenn Menschen für ihre Ideen auf die Straße gehen und ihre demokratischen Rechte in dieser Form nutzen. Die Inhalte und Forderungen von PEGIDA ebenso wie die Berichterstattung und den Umgang mit PEGIDA, sieht das Kulturbüro  Sachsen e.V. allerdings kritisch.

Die folgende Einschätzung problematisiert die derzeitigen Entwicklungen aus unserer Sicht:

1. Über die Sicht der Betroffenen und die Unterstützung für Asylsuchende wird zu enig berichtet
Die Sicht derjenigen, die von Rassismus und/oder antimuslimischen Rassismus betroffen sind, hat in derzeitigen Berichterstattungen kaum Raum.
Es findet eine dichte mediale Berichterstattung über Pegida in den unterschiedlichen bundesweiten Medien statt. Dabei werden vornehmlich Positionen von Pegida und Einblicke in die Biographie von Lutz Bachmann gegeben. Öffentlich-rechtliche Medienanstalten und Institutionen der politischen Bildungsarbeit laden die Organisator_innen der Pegida zu Podien und Veranstaltungen ein, ohne denjenigen eine Stimme zu geben, über die auf diesen Podien und Veranstaltungen gesprochen wird.
Die Sicht von Geflüchteten, Asylsuchenden und von Migrantenselbstorganisationen in unserer Gesellschaft wird in die öffentliche Debatte nicht eingebunden.
Stattdessen kommen in den derzeitigen Diskussionen über und mit Pegida fast ausschließlich privilegierte Weiße zu Wort, um über Sorgen, Deutungen und Ängste zu sprechen.
In Sachsen, Dresden und bundesweit engagieren sich jede Woche tausende Menschen ehrenamtlich, um die Lebenssituation von geflüchteten Menschen zu verbessern. Es werden Patenschaften für Asylsuchende übernommen, Sprachkurse angeboten, Begegnungen mit Asylsuchenden und Unterstützung bei den alltäglichen Dingen des Lebens organisiert.
Würden sich diese engagierten Menschen alle zeitgleich in Dresden versammeln, wäre auf
Dresdens Straßen kein Platz mehr für Pegida.

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