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Themen / [(anti)faschismus]

01.08.2015

Aufstand der «Wutbürger»


rsl-papers, Juli 2015

AFD, Christlicher Fundamentalismus, PEGIDA und ihre gefährlichen Netzwerke. Dokumentation des Gesprächskreises Rechts zu den Treffen in Halle und Rostock.



Die Geschwindigkeit der Veränderungen am rechten Rand der Gesellschaft hat in den zurückliegenden drei, vier Jahren derart zugenommen, der Takt neuer, ins Kraut schießender Erscheinungen wie Pegida, HoGeSa, AfD, massiver Proteste gegen Geflüchtete und ihre Unterbringung, christlich-fundamentalistischer, antifeministischer, rassistischer, antimuslimischer und verschwörungswirrer Massenbewegungen halten uns in Atem. 

Jede Veröffentlichung ist bereits beim Erscheinen in etlichen Aspekten überholt, neue Aspekte dieser rechten Formierung im Lande finden keine Erwähnung mehr und Ausblicke wagt im Moment ohnehin kaum noch jemand. Und doch ist der Bedarf an Analyse, Einschätzung und Dokumentation ebenso dringend wie die Erörterung der atemlos gestellten Frage nach dem: „Was tun?“ Argumentationshilfe, Handlungsoptionen, Hintergrundmaterial, wissenschaftliche Behandlung und politische Expertise sind zurzeit ein gefragtes Gut und schon deshalb haben wir uns entschlossen, Ergebnisse von gleich zwei hochinteressanten Folgen des Gesprächskreises Rechts (GK Rechts) in einem Heft zu präsentieren. 

In Halle standen wir Anfang Dezember 2014 gerade unter dem ziemlich niederschmetternden Eindruck der parlamentarischen Raketenstarts der AfD im Europaparlament und drei ostdeutschen Landtagen (nicht ahnend, dass zwei weitere Wahlerfolge der AfDRechtspopulist_ innen in Hamburg und Bremen – also im Westen – kurz bevorstanden). Nicht mehr nur Anti-EU-Politik und antimuslimischer Populismus, sondern vor allem auch die Themen der „Anti-68er“ feierten fröhliche Urstände: Es geht gegen „Homo-Ehe“, Feminismus, zeitgemäßen Sexualkundeunterricht, Gender-Mainstreaming, Abtreibung und „Tugendterror“. Christlicher und evangelikaler Fundamentalismus gepaart mit völkisch- konservativem Familienpopulismus, Schwulenfeindlichkeit und Antifeminismus schießen zu einem rechtspopulistischen Cocktail rückwärtsgewandter Ideologeme zusammen, der jedem emanzipativ und antifaschistisch denkenden (und handelnden) Menschen bitter aufstößt. In Halle haben wir uns diesen rechts-reaktionären Kladderadatsch etwas genauer angesehen, darüber diskutiert und gemeinsam überlegt, was wir gegen diesen unappetitlichen Rollback tun können. Zumal schon zu diesem Zeitpunkt – Pegida nahm gerade erst Fahrt auf – davon auszugehen war, dass der Erfolg dieser Bewegung erst der Anfang eines tief in die Mitte der Gesellschaft reichenden rechts-konservativen Formierungsprozesses sein würde. Zwei der wichtigsten Lautsprecher dieser Bewegung, auch wenn sie sich ihr (noch) nicht zugehörig fühlen, nämlich Heinz Buschkowsky und Thilo Sarrazin, entstammen zum Beispiel keineswegs dem rechten bis völkischen Lager im Lande, sondern der Sozialdemokratie. [...]

Inhalt:

  • Die frommrechte Revolte. Es herrscht Aufbruchsstimmung am rechten Rand in Deutschland unter christlichen Fundamentalist_innen, Lebensschützer_innen und Rechtspopulist_innen. Von Jennifer Stange
  • Feindbild „Genderismus“. Antifeministische Diskurse in der extremen Rechten. Von Juliane Lang
  • Das trojanische Zombie-Pferd. Fünf Thesen zu einer diskursiven Verschiebung im gegenwärtigen Antifeminismus. Von Sebastian Scheele
  • Die soziale Basis der AfD. Von der Partei des reaktionären Kleinbürgertums zur „Partei der kleinen Leute“? Von Sebastian Friedrich
  • Pegida: ein genuin ostdeutsches Protestformat? Aspekte und Fragen an eine Mobilizing Ressource. Von David Begrich
  • Pegida – das erste halbe Jahr. Eine kritische Zwischenbilanz
  • Nachtrag: Pegida und die Kommunalpolitik. Von Felix Korsch
  • Pegida und die Kleingärtner_innen der Gesellschaft. Was der Umgang mit Pegida über unser Demokratieverständnis sagen kann: Überlegungen zu gesellschaftlicher Ordnung und radikaler Demokratie. Von Stefan Kausch
  • Der Political-Correctness-Diskurs. Oder: Wie es rechten Ideolog_innen gelingt, Linke und Liberale zu verwirren und gegeneinander auszuspielen. Von Andreas Waibel



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